SPD-Fraktion fordert sofort wirksame Maßnahmen
Seit Herbst 2025 sind minderjährige Täter in Gruppen unterwegs, um gezielt Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu bedrohen und auszurauben. Aufgrund ihres Alters sind die Täter strafunmündig. Polizei und Justiz können deshalb keine strafrechtlichen Maßnahmen anwenden. Der jugendpolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion Frank Franke erklärt dazu:
„Wieder einmal treibt eine Jugendbande in Leipzig ihr Unwesen. Die Taten, die durch Minderjährige verübt werden, häufen sich dieses Mal in einem sehr hohen Maß. Die straffällig gewordenen Kinder und Jugendlichen sind offensichtlich nicht mehr in der Lage, ihr Verhalten selbst zu regulieren. Es braucht hier umgehend wirksame Maßnahmen, sie und andere vor ihrem selbst- und fremdzerstörerischen Verhalten zu schützen. Wir sehen hier das Jugendamt der Stadt Leipzig in seiner Pflicht die gesetzlich möglichen Maßnahmen sofort umzusetzen.“

Inzwischen können mindestens 150 Straftaten im gesamten Stadtgebiet der Jugendbande zugeschrieben werden. Ein Schwerpunkt der Überfälle findet sich vor allem in Grünau. Seit Oktober 2025 befasst sich eine behördenübergreifende Ermittlungsgruppe von Polizei und Jugendamt mit dem Umgang der strafunmündigen Täter. Dazu Frank Franke:
“Das Jugendamt hat seit geraumer Zeit die Situation der Familien, aus denen die Täter stammen, im Blick. Wichtig ist, Menschen vor weiteren Gewalt- und Straftaten zu schützen. Die Bürger erwarten zu Recht einen handlungsfähigen Staat, deshalb muss das Jugendamt sofort wirksame Maßnahmen ergreifen.”
Auch Ariane Zimmer, SPD-Mitglied im Stadtbezirksbeirat West, betont: „Das sofortige Handeln des Jugendamtes muss auch den jugendlichen Tätern helfen. Grünau und andere Teile des Stadtgebietes müssen sicher sein. Nach der Häufung dieser Straftaten fordern wir resozialisierende Handlungen durch das Jugendamt.“






„Stationäre Angebote sind familienersetzende Hilfen, können eine Familie aber nicht ersetzen. Dort, wo Familien nicht vorhanden sind, ist der beste Ersatz das Umfeld und die Geborgenheit einer Pflegefamilie“, so Stadtrat Christopher Zenker. „Wir setzen wir uns deshalb dafür ein, dass im Pflegekinderdienst mindestens eine neue Stelle geschaffen wird, damit weniger Kinder in den für sie langfristig ungeeigneten Hilfeformen wie der Übergangspflege oder in Wohngemeinschaften leben müssen und stattdessen in Pflegefamilien vermittelt werden können.“
„In Deutschland besteht der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für alle Kinder ab einem Jahr. Die Stadt Leipzig muss Eltern, die einen Betreuungsplatz für ihr Kind wünschen, einen solchen auch anbieten. Für die SPD-Stadtratsfraktion steht das außer Frage“, so Christopher Zenker, kita-politischer Sprecher der SPD-Fraktion. Er reagiert damit auf die Medienberichte der letzten Tagen zum Mangel an Betreuungsplätzen in Leipzig.