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Artikel von Anja Feichtinger für das Leipziger Amtsblatt vom 17.01.2026

In der Dezember-Ratsversammlung hat der Stadtrat zwei Meilensteine der hiesigen Wärmewende verabschiedet: sowohl das Pilotquartier Südvorstadt-West als auch die dazugehörige Leipziger Quartiersentwicklungsgesellschaft werden nun kommen.

Dabei sehen wir gerade auf dem internationalen Parkett, wie wichtig eine von Öl und Gas unabhängige Wärmeversorgung in Zukunft noch werden wird – bei weitem nicht nur aus ökologischen Gründen.

Anja Feichtinger

Doch auch lokal und ganz praktisch wird die Wärmewende in Leipzig viele positive Auswirkungen haben: mit dem angestrebten Umbau des Straßenraumes werten wir Wohnviertel auf und steigern die Aufenthaltsqualität nachhaltig. Dazu gehören zum Beispiel mehr Bänke und Papierkörbe, schattenspendende Bäume, Lieferzonen und Fahrradbügel.

Es ist gut, dass wir in Leipzig hier frühzeitig die Weichen stellen und die gesetzliche Pflichtaufgabe der Wärmewende proaktiv angehen. Denn wenn entsprechende Förderprogramme vom Bund aufgesetzt werden (und diese müssen kommen!), stehen wir bereits in den Startlöchern und haben einen Plan.

Rückblickend werden wir diese großflächige und tiefgreifende Umgestaltung unserer Wärmeversorgung und der betreffenden Stadtviertel als die vielleicht wichtigste und weitsichtigste Entscheidung für Leipzig in der aktuellen Wahlperiode begreifen.

Wärmepumpe

Der Beschlussvorschlag wird wie folgt ergänzt:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, bis Ende 4. Quartal 2025 ein Konzept für die Gründung einer Kommunalen Energieagentur vorzulegen, in dem dargelegt wird, wie der größtmögliche Beitrag zur kommunalen Energie- und Wärmewende erreicht werden kann. Die Anschub-Finanzierung dieser Agentur soll aus Mitteln der Vorlage VII-DS-10611-NF-01 erfolgen. Die Maßnahme soll in Projekt 1 – „Kommunaler Beteiligungsfonds Mittelstand“ eingeordnet werden oder – ersatzweise – als eigenes Projekt etabliert werden. In letzterem Fall sind die dafür benötigten Mittel aus Projekt 1 entsprechend umzuleiten.

Begründung:

Zur Unterstützung der Energiewende und dabei insbesondere der Wärmewende haben in den letzten Jahren viele Kommunen und Landkreise (Freiburg, Bonn, Elsberg-München, Regensburg, Karlsruhe, Konstanz, Böblingen, Heidenheim, usw.) eigene kommunale Energieagenturen gegründet. Obwohl die Stadt Leipzig bereits im Energie- und Klimaschutzprogramm 2014-2020 die Gründung einer solchen avisiert hat, ist bis heute wenig passiert. Durch die Bereitstellung einer Anschubfinanzierung soll nun ein erster Schritt unternommen werden, um eine kommunale Energieagentur Leipzig zu initiieren. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Neben Beratungs- und Weiterbildungsdienstleistungen kann eine kommunale Energieagentur die Bürgerinnen und Bürger bei der Entwicklung von Quartierslösungen oder dem Umstieg auf dezentrale Alternativen, die von den Stadtwerken nicht wirtschaftlich dargestellt werden können, unterstützen.
  • Durch viele kleine und mittelgroße Aufträge aus der Bürgerschaft in diesem Sektor kann die lokale Wirtschaft zusätzlich von der Wärmewende profitieren.
  • Die Kommune kann öffentliche Aufträge, wie Beratungs- und Planungsdienstleistungen oder Konzeptentwicklungen, ohne öffentliche Ausschreibung an eine eigene kommunale Energieagentur vergeben.
  • Energieagenturen können Fördermittel akquirieren und sich damit ganz oder zum Teil selbsttragen.