Mehr Sichtbarkeit für die Themen Gewalt an Frauen und Femizide

Es braucht eine gesamtgesellschaftliche Sensibilisierung für diese Themen. Denn Femizide sind das brutale Ende einer Gewaltspirale.  Der Gedenkort für die Opfer von Femiziden im Kolonnadenviertel möchte das erreichen. Dazu die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Pia Heine: 

“In den vergangenen 15 Jahren gab es fünfzehn Femizide in Leipzig. Frauen werden getötet, einfach weil sie Frauen sind. Der Täter gesteht dem weiblichen Opfer durch die Tat kein selbstbestimmtes Leben zu. Die Spirale beginnt aber viel früher, oft im eigenen Zuhause. Die steigenden Nutzerinnenzahlen der Beratungsstellen und Schutzeinrichtungen zeigen das. Im Einzugsbereich der Polizeidirektion Leipzig gibt es 300 Hochrisikofälle, bei denen die Polizei davon ausgeht, dass ein Tötungsdelikt geschehen kann.” 

Der Haushaltsantrag von Stadträtinnen der GRÜNEN, LINKEN, Freien Fraktion und SPD erhält mit der Vorlage “Gestaltungsvorschlag: Gedenken an die Opfer von Femiziden in Leipzig “ einen konkreten finanziellen Rahmen, einen örtlichen Raum und eine künstlerische Ausgestaltung. Die Verwaltung, die LWB und Phia e.V. haben das Kolonnadenviertel als den Ort befunden, an dem der Gedenkort mit verschiedenen Gestaltungselementen das Thema Femizide gut sichtbar macht. 

“Der geplante Leipziger Gedenkort für die Opfer von Femiziden unterstützt damit auch das bundesweite Vorhaben des Gewalthilfegesetzes, indem er das Thema Gewalt an Frauen gesellschaftlich stärker in unserer Stadt verankert.” 

Pia Heine

Abschließend betont Pia Heine: 

“Ab 2032 gibt es – festgeschrieben durch das Gewalthilfegesetz – einen Rechtsanspruch auf kostenfreie Schutzplätze für alle Frauen, die Gewalt in Beziehungen erleiden und ihr Leben schützen müssen. Patriarchale Gewalt gegen Frauen passiert nicht irgendwo durch irgendwen, sondern auch hier in unserer direkten Nachbarschaft.” 

Der Vorlage wurde mit großer Mehrheit (35/19/4) im Stadtrat beschlossen. 

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