Die mögliche Ansiedlung eines Rüstungsunternehmens im Leipziger Nordraum wirft verständlicherweise Fragen auf. Die Antworten dazu liegen größtenteils nicht beim Leipziger Stadtrat. Die Fraktionsvorsitzende der SPD, Anja Feichtinger, erklärt dazu:
“Natürlich wollen wir in Leipzig sicher leben – so wie wahrscheinlich alle Menschen. Dabei stellt sich die Frage: Was braucht es heutzutage für ein Leben in Sicherheit? Die internationale Sicherheitslage verändert sich in rasanter Geschwindigkeit. Wir werden bereits heute durch hybride Angriffe bedroht, wie der gescheiterte Anschlag auf den Leipziger Flughafen uns unmittelbar vor Augen geführt hat. Wenn wir auf diese Bedrohungslage nicht reagieren, wird sie nicht verschwinden, sondern sich weiter verschlechtern. Diese Realität gilt es anzuerkennen.”

Zuerst berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am 28.08.26 von der möglichen Ansiedlung des Unternehmens “Covenant”, welches schon ab 2027 mit der Produktion von bis zu 1.000 Marschflugkörpern des Typs “Anthem” pro Jahr in Leipzig starten will. Sie sollen auch helfen, eigenständige europäische Verteidigungslösungen zu entwickeln.
Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Andreas Geisler, ergänzt:
“Diversen Zeitungsartikeln konnte man entnehmen, dass es sich bei der geplanten Ansiedlung um ein bereits bestehendes Gebäude in Privatbesitz handelt. Insofern sind die Einflussmöglichkeiten der Leipziger Stadtverwaltung und des Stadtrates äußerst begrenzt.

Davon unabhängig muss uns klar sein: es wird in den nächsten Jahren viel in Rüstung investiert werden, es entstehen Wertschöpfung und Arbeitsplätze, egal ob uns das gefällt oder nicht. Wenn wir das für Leipzig nicht wollen, gehen die Unternehmen im Zweifelsfall woanders hin. Dann soll sich aber bitte niemand beklagen, dass im Osten Industriearbeitsplätze fehlen.”
Abschließend erläutert Anja Feichtinger:
“Wir können nur auf die Rahmenbedingungen reagieren. So sehr wir uns auch eine friedliche Welt ohne Waffen wünschen, können wir nicht die Augen vor der aktuellen Lage verschließen. In diesem Zusammenhang lautet die Frage nicht, ob es Rüstungsunternehmen braucht, sondern lediglich, wo sie gebaut werden.”



















