Tagestreffs für wohnungslose Frauen/Ausbau von “Housing first” dringend notwendig 

Jede dritte wohnungslose Person in Leipzig ist weiblich. Für über 300 wohnungslose Frauen konnte die Stadt bisher keinen Tagestreff anbieten, der ausschließlich auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Dazu Pia Heine, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion:   

“Häufig werden Frauen obdach- oder wohnungslos, weil sie Gewalt in Partnerschaften erfahren (haben) und der Weg auf die Straße für sie „das kleinere Übel“ ist. Auch der bekannte Gender-Pay-Gap und die daraus resultierende Armut sind eine strukturelle Ursache, die Frauen in die Wohnungslosigkeit treibt. Diese aus dieser Not heraus wohnungslosen Frauen brauchen einen Safe Space, einen geschützten Raum, um ihre Bedarfe wahrzunehmen, sich auszutauschen und fachliche Hilfe annehmen zu können.” 

Bestehende gemischtgeschlechtliche Tagestreffs sind ein wichtiges Angebot der Leipziger Wohnungsnotfallhilfe. Gleichzeitig muss der Vulnerabilität von Frauen, insbesondere solcher mit Gewalterfahrungen, Rechnung getragen werden. Nicht zuletzt spielt hier die Umsetzung der Istanbul-Konvention eine entscheidende Rolle. Deshalb muss die Einrichtung von Tagestreffs explizit für Frauen im “Fachplan Wohnungsnotfallhilfe” festgeschrieben werden. 

Ebenso notwendig: Ausbau der Maßnahme “Housing first” 

“Eine Erweiterung der Maßnahme muss ebenfalls verbindlich in die Fortschreibung des Fachplanes Wohnungsnotfallhilfe aufgenommen werden. Nur so wird das Programm „Eigene Wohnung“ verstetigt und kann Betroffenen eine Perspektive bieten.” Dazu Pia Heine weiter: 

“Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Unter dieser Voraussetzung und im Rahmen der zur Verfügung stehenden knappen Haushaltsmittel muss das Sozialamt flexibel reagieren können. Deshalb wollen wir eine flexible Größenanzahl an Wohnungen für “Housing first” vorgeben.” 

Dem SPD-Antrag “Tagestreffs für wohnungslose Frauen im Stadtgebiet etablieren” wurde in der Fassung des Verwaltungsstandpunkts einstimmig zugestimmt. Der SPD-Änderungsantrag “Erweiterung des Housing-First-Ansatzes „Eigene Wohnung“ in Leipzig ab 2026” wurde ebenso mit großer Mehrheit angenommen. 

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