Haus ohne Barrieren erhalten: Villa Davignon soll als Sicherer Ort für Gehörlose erhalten bleiben
Novum im Stadtrat Leipzig: erstmals wurde eine Rede parallel in Gebärdensprache übersetzt. Mit ihrem Antrag hat die SPD-Fraktion sich dafür stark gemacht, dass die Villa Davignon in der Friedrich-Ebert-Straße auch zukünftig für den Stadtverband der Hörgeschädigten Leipzig e.V. (SVHGL) erhalten und weiterentwickelt werden soll. Stadträtin Pia Heine erklärt dazu:
„Die Villa Davignon ist heute eines der wenigen Gebäude in Leipzig, das konsequent und alltagstauglich auf die Bedürfnisse von gehörlosen, hörgeschädigten, sehbehinderten und mobilitätseingeschränkten Menschen ausgerichtet ist. Sie ist kein Symbolprojekt, sondern gelebte Inklusion im Alltag. Sie schafft das, was für viele von uns selbstverständlich ist, für gehörlose Menschen aber nicht: sichere Verständigung, selbstbestimmte Teilhabe und echte Begegnung.“
Hintergrund des Antrags ist ein laufendes Insolvenzverfahren des SVHGL aufgrund einer ungelösten Stellplatzablöse, welches den Fortbestand des Verbands in Frage stellt.

Heine fasst zusammen: „Wir riskieren den Verlust eines einzigartigen Ortes für die gehörlose Community – bis hin zum Heimfall der Immobilie an die LWB und dem Ende der gemeinnützigen Nutzung“ und ergänzt: „Wenn wir hier von einem „Safe Space“ sprechen, dann meinen wir keinen abstrakten Begriff, sondern ganz konkret einen Ort, an dem Verständigung ohne Barrieren möglich ist – ohne Erklärungsdruck, ohne Ausgrenzung, ohne permanente Anpassung.“
Der Stadtrat folgte dem Antrag der SPD-Fraktion im Anschluss einstimmig und unterstrich damit die Bedeutung des SVHGL für gelebte Inklusion in Leipzig.







