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Rednerin: Christina März, Stadträtin und Sprecherin für Sport der SPD-Fraktion

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte, werte Gäste!

„Warum ist es in Leipzig manchmal schwerer, einen Lauf zu organisieren, als ihn zu laufen?“

Diese Frage hat die SPD-Fraktion zum Antrag „Wer Olympia will, muss Breitensport Events besser unterstützen“ geführt. Er steht beispielhaft für genau die Haltung, die uns als SPD seit jeher auszeichnet: Eine Stadt, die Ermöglicherin und Unterstützerin ist – nicht Bremserin.

Breitensportveranstaltungen wie der Leipziger Marathon, der Triathlon, der Firmenlauf, der Nachtlauf oder die Neuseen Classics sind mehr als reine Wettkämpfe. Sie sind Ausdruck von Bürgergesellschaft, Ehrenamt, Identität und Stadtmarketing zugleich. Sie bringen Menschen zusammen – aus Leipzig und darüber hinaus –, sie stärken den Zusammenhalt und sie zeigen, was eine lebendige Stadt ausmacht.

Christina März

Gerade diese Veranstaltungen werden oft überwiegend von Ehrenamtlichen organisiert – Menschen, die in ihrer Freizeit Hunderte Stunden investieren, damit andere laufen, jubeln oder einfach gemeinsam aktiv sind. Wir wissen aus Rückmeldungen der Vereine und Organisator:innen, dass es dabei häufig nicht am Enthusiasmus scheitert, sondern an den Bürokratiehürden, komplexen Anmeldeverfahren oder Kostenpositionen, die nicht immer leicht zu kalkulieren sind.

Deshalb geht unser Antrag nicht einfach darum, eine Liste mit „mehr Geld hier, mehr Geld da“ vorzulegen. Nein – wir wollen gemeinsam mit Verwaltung und Veranstalter:innen schauen, wo konkrete Hürden liegen:

  • Wie können Genehmigungsverfahren für Breitensportveranstaltungen einfacher und serviceorientierter werden?
  • Wo entstehen vermeidbare Kosten, z. B. durch Verkehrssperrungen oder Sicherheitsauflagen, die lokale Ehrenamtliche stark belasten?
  • Welche Rolle kann die Stadt, die LTM oder andere Dienststellen spielen, damit diese Veranstaltungen nicht allein getragen werden, sondern wirklich unterstützt und sichtbar gemacht werden?

Es geht uns um ein Aktivierungs- und Ermöglichungsverständnis von Stadtpolitik:
➡️ Wir schaffen keine neuen Mauern aus Vorschriften,
➡️ wir bauen Brücken für Engagement,
➡️ wir helfen Vereinen, besser planen und kalkulieren zu können und vor allem: mehr Menschen zu erreichen.

Wir wissen, die Verwaltung sagt, vieles davon laufe bereits. Aber genau hier ist unser Ansatz:
Wir wollen gemeinsam evaluieren, was gut funktioniert und wo es noch hakt. Ideen von Ehrenamtlichen selbst sind dabei besonders gefragt – und das ist gelebte Demokratie vor Ort.

Mit den Ergebnissen wollen wir im Sportausschuss konkrete Handlungsoptionen entwickeln – nicht abstrakt, sondern praxisnah, partnerschaftlich und mit Blick auf den Ehrenamtssport in unserer Stadt.

Ich bitte Sie daher um Ihre Unterstützung für diesen Antrag – im Sinne der Sportlerinnen und Sportler, im Sinne der Ehrenamtlichen und im Sinn einer Stadt, die Chancen schafft, statt sie zu erschweren.

Vielen Dank!

Grußwort von Christopher Zenker

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Sander,



sehr geehrte Damen und Herren,



ich freue mich, dass ich heute einige Grußworte zu Ihnen sprechen darf.



Vorab paar Worte zu meiner Person: Ich sitze seit 2004 für die SPD im Leipziger Stadtrat und bin seit Anfang 2010 Vorsitzender des Fachausschuss Sport der Stadt Leipzig. Im Fachausschuss Sport sind alle in den Stadtrat gewählten Fraktionen vertreten. Unsere Aufgabe ist es, die Stadtverwaltung bei allen sportpolitischen Fragen zu begleiten und zu kontrollieren. Die Mitglieder des Fachausschusses Sport sind somit im Stadtrat die Lobbyisten des Sports.



Mich freut es besonders, dass ich heute Gast beim Ehrenamtsabend des Leipziger Fußballverbands sein darf, schließlich handelt es sich um den größten Sportverband in Sachsen.  Die blanken Zahlen, etwa 90 Vereine, über 500 Teams und mehr als 14.000 Mitglieder, verdeutlichen, wie viel Ehrenamt im Leipziger Fußballverband, in jedem einzelnen Verein und jedem Team steckt.



Wenn man von 30 Spielen pro Team und Saison ausgeht, werden im Leipziger Fußballverband pro Jahr 7.500 Spiele absolviert. Dahinter verbergen sich unzählige Aufgaben, die um einen Fußballverein herum organisiert werden müssen. Das fängt bei den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern sowie Trainerinnen und Trainern an und hört bei denen, die die Trikots waschen, noch lange nicht auf.



Sport ist jedoch nicht nur Zeitvertrieb und Mittel zum Zweck, sondern dient der Gesundheit und vor allem dem Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Gerade in Zeiten in denen wir über Haushaltskonsolidierung und auch den Wegfall von Angeboten im Freizeitbereich reden, ist die Leistung, die Sie fast ausschließlich im Ehrenamt erbringen, überaus wichtig. Besonders hervorheben möchte ich dabei das Engagement im Kinder- und Jugendbereich. Ohne Ehrenamt wäre unsere Gesellschaft einsamer, weniger Vielfältig und unser Gemeinwesen so nicht denkbar.



Ich spreche sicher für alle meine Kolleginnen und Kollegen im Fachausschuss Sport, wenn ich mich für diese Leistung ganz herzlich bedanke.



Ich  möchte ich Sie jedoch auch um etwas bitten: Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Kritik zur Stadtpolitik im Allgemeinen haben, nehmen Sie Kontakt mit den demokratischen Stadträtinnen und Stadträten ihres Wahlkreises oder den Fraktionen auf. Wir  werden immer bemüht sein, Ihren Anliegen gerecht zu werden.



Zum Abschluss Auszüge aus einem Gedicht von Wilhelm Busch über das Ehrenamt.



Nur kein Ehrenamt



Willst Du froh und glücklich leben,

laß kein Ehrenamt dir geben!

Willst du nicht zu früh ins Grab

lehne jedes Amt gleich ab!



Wieviel Mühen, Sorgen, Plagen

wieviel Ärger mußt Du tragen;

gibst viel Geld aus, opferst Zeit –

und der Lohn? Undankbarkeit!



Drum, so rat ich Dir im Treuen:

willst Du Weib (Mann) und Kind erfreuen,

soll Dein Kopf Dir nicht mehr brummen,

laß das Amt doch and’ren Dummen



Ich danke Ihnen, dass sie Wilhelm Buschs Rat nicht gefolgt sind. Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Verlauf ihres „Ehrenamtstages“.