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Sehr geehrter Herr OBM, verehrte Stadträte, werte Gäste,

viele Eltern erhalten wieder häufiger Briefe aus der Kita oder dem Hort mit dem Titel:

Ute Köhler-Siegel

Bitte um Prüfung des Betreuungsbedarfs und Einschränkung der Öffnungszeiten

Alle Eltern mit Kindern im Kita- oder Grundschulalter wissen, was das bedeutet: Stress! Aber auch alle Arbeitgeber wissen, was das bedeutet: Die Mitarbeitenden können sich nicht auf ihren Job konzentrieren, sondern auf die Organisation der Kinderbetreuung.

Die Einschränkungen der Betreuungszeiten in Kitas oder Horten aufgrund des Personalmangels treffen die Eltern nicht mehr nur während der üblichen Erkältungszeiten. Da nützt auch der Anspruch auf eine Betreuungsplatz nichts.

2025 wurden in den kommunalen Kitas der Stadt:

– 384-mal die Öffnungszeiten auf 9h reduziert, an 22-mal auf unter 9h und

– 90-mal wurden Gruppen geschlossen.

Die Situation in den Horten war nicht viel besser, hier kam es 2025 an mehreren Tagen, teilweise auch über eine ganze Woche:

– 34-mal zu Einschränkungen der Öffnungszeiten und

– 122-mal zum Ausschluss von Klassenstufen bei der Betreuung. (das heißt, dass z. B. Schüler der Klasse 4 gar nicht mehr betreut werden konnten/ 17-mal wurden Schüler einer Klassenstufe sogar für eine ganze Woche nicht betreut)

Diese Situation hat nichts mit verlässlicher Kinderbetreuung zu tun. Diese Zahlen spiegeln noch nicht einmal die vielen Einschränkungen des Regelbetriebs wider, in denen es zu einer gravierenden Verschlechterung der pädagogischen Arbeit kommt, weil Angebote gekürzt werden müssen.

Seit Jahren ist das ein Dauerzustand. Seit Jahren präsentiert uns die Verwaltung solche Zahlen. Und- was tut die Verwaltung dagegen?

Zitat Verwaltungsstandpunkt:

„Zur Sicherung der Aufsichtspflicht arbeiten die Ämter des Dezernats Jugend, Schule und Demokratie jeweils mit einem Handlungsleitfaden Personalausfall, welcher schrittweise Maßnahmen von Dienstplanänderungen, Einschränkung von Öffnungszeiten und Gruppenschließungen bei unvorhergesehenen Personalausfällen vorsieht.“

Der Personalausfall wird als organisiert, statt etwas dagegen zu tun.

Das will und kann meine Fraktion nicht mehr so hinnehmen! Die Betreuung der Kinder in den Kitas und Horten muss verlässlich sein!

Wir fordern den OBM auf, die zusätzlichen Bedarfe eines Springerpools für Kitas und Horte zu prüfen.

Was sagt die Verwaltung dazu: Sie berufen sich auf den schon zitierten Handlungsleitfaden Personalausfall und begründen weiter: „Die Etablierung eines umfassenden Springerpools für die Kinderbetreuung ist im Rahmen der derzeitigen Haushaltssituation der Stadt Leipzig nicht umsetzbar.“

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Felthaus: Wir wollen den Bedarf prüfen- erst danach können wir über die Umsetzung und die finanziellen Bedarfe diskutieren.

Außerdem steht im Verwaltungsstandpunkt noch, dass unser Antrag nachteilig für die Stadt wäre???

Für die Eltern in dieser Stadt wäre eine verlässlich funktionierende Kinderbetreuung jedenfalls eine große Erleichterung.

Bitte stimmen sie der von uns vorgeschlagenen Prüfung zu!

Sehr geehrter Oberbürgermeister,
Lieber Burkhard,
Geehrte Beigeordnete
Liebe Stadträte der leipzigfreundlichen Fraktionen,
Liebe Gäste,

Frank Franke


Vielleicht kennen sie diese WhatsApp -Chatgruppen auch: die Elternsprecher einer Grundschulklasse richten sie ein, um schnell Informationen teilen zu können. Und während ich vor den Sommerferien noch über diese schnellen Informationen begeistert war – immerhin kannte ich schon vor dem Sommerfest die Kuchenauswahl – entwickelte sich die Gruppe nach den Sommerferien zur Gruppe des Grauens!
In den Monaten September, Oktober und November erreichte mich 5 mal der offizielle Brief der Stadt Leipzig, ich möge bitte mal meinen Betreuungsbedarf im Hort prüfen…
Als SPD-Fraktion haben wir uns im Vorfeld mit dem KiHoTa, der Leipziger Elternvertretung für Kindertagesstätten& Horte ausgetauscht. Auch ein Gespräch mit dem Kreiselternrat fand statt. Beide Institutionen bestätigten uns, dass die Frage der Betreuung für Eltern sehr wichtig ist.
Ungefähr 1.200 Hortnerinnen und Hortner kümmern sich um unsere Kinder in den Einrichtungen. Die allermeisten von Ihnen machen das richtig gut!
In Deutschland wird ja derzeit viel über Voll- und Teilzeit diskutiert . Ohne den Hort hätte ich gar keine Möglichkeit in Vollzeit zu arbeiten.
Hier setzen wir mit unserem Antrag an: damit wir Familie und Beruf wirklich miteinander im Einklang bringen können, brauchen wir eine verlässlichere Kinderbetreuung.
Bei 1.200 Kolleginnen und Kollegen wird es immer Ausfälle geben. Unsere Erkenntnis daraus ist: wir brauchen Beschäftigte, die bei Ausfall kurzfristig einspringen können! Und das wollen wir prüfen lassen!
An der Stelle erlaube ich mir kurz den Hinweis, dass der Verwaltungsstandpunkt aus dem Dezernat 1 bei der aktuellen unbestrittenen Problemlage allen Eltern und Beschäftigten gegenüber unverschämt ist!
Ein Wort zur Finanzierung: von den 1.200 Kolleginnen und Kollegen sind ca. 4% regelmäßig langzeitkrank und ohne Lohnfortzahlung. Als SPD-Fraktion sind wir überzeugt davon, dass ein Pool in vergleichbarer Größe kostenneutral geschaffen werden kann. Denn wir sind uns sicher alle einig, dass wir Langzeiterkrankung nicht zur Haushaltssicherung nutzen wollen.
Wir haben Verständnis dafür, dass es eigentlich mehr Planbarkeit auch in solchen Personalfragen braucht. Deshalb fordern wir unseren Oberbürgermeister darüber hinaus auf, sich beim Freistaat Sachsen dafür einzusetzen, dass im Betreuungsschlüssel des sächs. Kita-Gesetzes die finanzielle Absicherung eines Pools geschaffen wird.
Lassen sie uns ein gemeinsames Signal an die Leipziger Eltern senden: wir haben verstanden und nehmen uns dem Thema einer verlässlicheren Betreuung an!

Immer wieder kommt es aufgrund von Personalausfällen in Leipziger Kindertagesstätten, Horten und Betreuungsangeboten zu personell bedingten Einschränkungen der Betreuungszeiten oder schlimmstenfalls zu tageweisen Schließungen. Dazu Ute Köhler-Siegel, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion: 

„Diese unvorhersehbaren Einschränkungen oder Schließungen bedeuten für alle Eltern mit Kindern im Kita- oder Grundschulalter Stress! Aber auch alle Arbeitgeber wissen, was das bedeutet: Die Mitarbeitenden können sich nicht auf die pädagogische Arbeit konzentrieren, sondern sind mit der Organisation der Kinderbetreuung beschäftigt.“ 

Ute Köhler-Siegel

Trotz des Anspruchs auf einen Betreuungsplatz konnte im vergangenen Jahr im Bereich Kindertagesstätten in 384 Fällen eine Betreuungszeit von nur 9 Stunden angeboten werden, in 90 Fällen mussten Gruppen geschlossen werden. Bei den Horten kam es in 34 Fällen zu eingeschränkten Öffnungszeiten, in 122 Fällen mussten ganze Klassenstufen von der Betreuung ausgeschlossen werden. Ute Köhler-Siegel fordert: 

„Deshalb wollen wir mit unserem Antrag die Verwaltung mit einer Prüfung von zusätzlichen Bedarfen für Springerpools für Horte und Kitas beauftragen. Für Eltern und Kinder in dieser Stadt wäre eine verlässlich funktionierende Kinderbetreuung jedenfalls eine große Erleichterung.“ 

Frank Franke, jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, ergänzt: 

„Wir haben natürlich auch Verständnis dafür, dass es eigentlich mehr Planbarkeit in solchen Personalfragen für die Verwaltung braucht. Deshalb fordern wir unseren Oberbürgermeister darüber hinaus auf, sich beim Freistaat Sachsen dafür einzusetzen, dass im Betreuungsschlüssel des sächsischen Kita-Gesetzes die finanzielle Absicherung eines Pools geschaffen wird.“ 

Frank Franke

Dem Antrag der SPD-Fraktion “Eltern entlasten, pädagogisches Personal stärken – Springerpools für Hort-Personal und Kita-Personal einsetzen und dauerhaft etablieren” wurde in der Ratsversammlung mehrheitlich zugestimmt

Der Oberbürgermeister wird beauftragt bis zum Ende des IV. Quartals 2025 zu prüfen: 

1. in welchem Umfang ein personeller Springerpool für alle städtischen Horte und Betreuungsangebote der Stadt Leipzig eingerichtet werden muss, um Einschränkungen bei der Betreuung zu vermeiden.

2. in welchem Umfang ein personeller Springerpool für alle Kindertagesstätten eingerichtet werden muss, um Einschränkungen bei der Betreuung zu vermeiden.

3. in welchem Umfang personelle Springerpools für alle Kindertagesstätten und Horte in freier Trägerschaft eingerichtet werden können.

 Immer wieder kommt es in Leipziger Kindertagesstätten, Horten und Betreuungsangeboten zu personell bedingten Einschränkungen der Betreuungszeiten oder schlimmstenfalls zu tageweisen Schließungen. Ebenso muss in genügend Einrichtungen eine gute pädagogische Versorgung gewährleistet werden, auch wenn mehrere Mitarbeiter/-innen kurzfristig – also erst am Morgen oder während des Arbeitstages – krankheitsbedingt ausfallen.

Das geht auf Kosten des Personals, das in den Einrichtungen arbeitsfähig ist und mitunter einen Betreuungsschlüssel gewährleisten muss, in dem für Kinder und pädagogisches Personal ein pädagogisch wertvolles Arbeitsklima schwer umzusetzen ist.

Auch Eltern kommen zu Recht an ihre Grenzen, wenn sie kurzfristige Schließungen der Betreuungsangebote kompensieren müssen.

Zudem stehen laut aktuellem Tarifvertrag allen pädagogischen Fachkräften in Krippen, Kindergärten, Horten und Betreuungsangeboten seit 2022 je zwei Regenerationstage und zwei Umwandlungstage pro VzÄ zur Verfügung.

Dieses Angebot muss die Stadt Leipzig als Arbeitgeberin auch für ihre Angestellten der städtischen Einrichtungen gewährleisten. 

Die hier genannten hauptsächlichen Ursachen (kurzfristige krankheitsbedingte Ausfälle oder Langzeiterkrankungen, Beschäftigungsverbote, Elternzeit oder Ausfälle durch Regenerations- oder Umwandlungstage) dürfen nicht länger zu Lasten aller Beteiligten – Personal, Eltern und Kinder – gehen. Die Verwaltung muss deshalb ausreichend große Springerpools für:

– städtische Krippen und Kindergärten

– städtische Horte und Betreuungsangebote

zur Verfügung stellen.

Ebenso muss geprüft werden, wie Krippen, Kindergärten und Horte in freier Trägerschaft von eigenen Springerpools profitieren können.

Beschlussvorschlag:

Die Anpassung der Elternbeiträge erfolgt ab 01.06.2025 wie folgt:

  • Krippe (1. Kind, 9-Std.-Vertrag) auf 220,00€ monatlich
  • Kindergarten (1. Kind, 9-Std.-Vertrag) auf 140,00€ monatlich
  • Hort (1. Kind, 6-Std.-Vertrag) auf 85,00€ monatlich.

Begründung:

Die Vorlage VIII-DS-00140 begründet schlüssig, dass eine Anpassung – und damit Erhöhung – der Elternbeiträge für die Betreuung der Kinder in den Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege der Stadt Leipzig notwendig ist.

Da 2017 die letzte Erhöhung der Elternbeiträge erfolgte, ist die jetzige Anpassung der monatlichen Elternbeiträge enorm: Für ein Krippenkind sind 18€, für ein Kindergartenkind sind 19,88€ und für ein Hortkind sind 10,85€ mehr zu zahlen.

Die finanziellen Belastungen von Eltern mit Kindern und Jugendlichen sind bekanntermaßen hoch. Deshalb sehen wir in der moderaten Anpassung der Elternbeiträge eine Kompromisslösung für Stadt und Eltern.

In der beigefügten Tabelle ist eine Aufschlüsselung der in der Vorlage geforderten Kostenerhöhung im Vergleich zum hier eingereichten Beschlussvorschlag ersichtlich:

Anfrage: Die sächsischen Regierungsparteien aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen und SPD haben einen Antrag zur Beratung und Beschlussfassung in den Sächsischen Landtag eingebracht, der das Ziel zur Schaffung eines sogenannten Kita-Moratoriums hat (Drucksache 7/17127).  

Dabei soll auch künftig die Weiterentwicklung „der Kita-Finanzierung den Schwerpunkt auf die Personalausstattung der Kindertageseinrichtungen legen, um so die Qualität der frühkindlichen Bildung weiter zu stärken“. 

Beantragt ist, den jährlichen Landeszuschuss für die Förderung der Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege in 2025 mindestens auf dem finanziellen Niveau von 2024 fortzuschreiben. 

Damit kann die Qualität der Betreuung in den Leipziger Einrichtungen verbessert werden. 

Wir fragen an: 

1. Wie positioniert sich der Oberbürgermeister zum Antrag von CDU, Grünen und SPD zur Schaffung eines Kita-Moratoriums? 2. Teilt der Oberbürgermeister die Position des Sächsischen Städte- und Gemeindebundes?

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass der Freistaat trotz zurückgehender Kinderzahlen seine Zuschüsse auf dem Niveau von 2024 halten will. Auch aus Sicht Leipzigs sollte die demographische Entwicklung genutzt werden, um die Betreuungsqualität in der frühkindlichen Bildung zu verbessern, zumal die Zahl der in die Kita kommenden Kinder in den nächsten Jahren auch wieder nach oben gehen wird. Allerdings muss auch sehr deutlich gesagt werden, dass gleichbleibende Landes-Zuschüsse nichts daran ändern, dass die Kostenbelastung für Kommunen seit Jahren stärker steigt als die Unterstützung vom Land und dieser Trend sich fortsetzen wird. Wenn das Land darum Verbesserungen in der Betreuungsrelation nachhaltig gewährleisten will, dann muss auch die Finanzierung entsprechend aufgestockt und dynamisiert werden.

Der jetzige Lösungsansatz wirkt nur kurzzeitig. Die Stellen in diesem wichtigen Aufgabenbereich können durch die Kommunen langfristig auf dem aktuellen Niveau nur erhalten werden, wenn auch die Finanzierung gleichermaßen langfristig gesichert ist. Das betrifft nicht nur das Thema Personalkosten, sondern auch die anfallenden Kosten für die Erhaltung und den Betrieb der Einrichtungen.

Das Moratorium kann maximal eine Übergangslösung darstellen. Eine perspektivische Anpassung des Betreuungsschlüssels in Sachsen ist dringend notwendig, um nachhaltige Verbesserungen herbeizuführen und auf die demografischen und sozialen Entwicklungen zu reagieren. Voraussetzung hierfür ist jedoch gleichsam eine Anpassung und Dynamisierung der Landeszuschüsse zur Refinanzierung des Mehraufwandes auf Seiten der Kommunen. Das Moratorium ist hierfür kein geeignetes Mittel.

3. Welche Kinderbedarfszahlen hat die Stadt Leipzig für die Jahre 2022, 2023, 2024 und 2025 an das Kultusministerium gemeldet?

An das Kultusministerium werden keinerlei Bedarfszahlen geschickt. Im Rahmen der Beantragung des Landeszuschusses nach § 18 SächsKitaG wurden folgende Kinderzahlen (ohne Kindertagespflege) an die Sächsische Landesdirektion gemeldet:

2022: 7.050 Kinderkrippe, 22.014 Kindergarten, 2.423 Kindertagespflege

2023: 7.377 Kinderkrippe, 20.569 Kindergarten, 2.212 Kindertagespflege

2024: 7.482 Kinderkrippe, 21.796 Kindergarten, 1.966 Kindertagespflege

2025: 7.520 Kinderkrippe, 21.502 Kindergarten, 1.504 Kindertagespflege

4. Welche Personalkapazitäten hat die Stadt Leipzig für die Jahre 2022, 2023, 2024 und 2025 gemeldet?

An das Kultusministerium werden keinerlei Bedarfszahlen geschickt. Im Rahmen der Beantragung des Landeszuschusses nach § 18 SächsKitaG wurden folgende Kinderzahlen (ohne Kindertagespflege) an die Sächsische Landesdirektion gemeldet:

2022: 7.050 Kinderkrippe, 22.014 Kindergarten, 2.423 Kindertagespflege

2023: 7.377 Kinderkrippe, 20.569 Kindergarten, 2.212 Kindertagespflege

2024: 7.482 Kinderkrippe, 21.796 Kindergarten, 1.966 Kindertagespflege

2025: 7.520 Kinderkrippe, 21.502 Kindergarten, 1.504 Kindertagespflege

5. Welche Mittel hat die Stadt 2024 vom Land erhalten und mit welchen Mitteln rechnet sie 2025 (incl. Inflationsbereinigung)?

Die Stadt Leipzig erhielt für das Haushaltsjahr 2024 Landeszuschüsse zum Betrieb von Kindertageseinrichtungen (gemäß § 18 Abs. 1 bis 3 des Gesetzes über Kindertagesbetreuung) in Höhe von 153.648.420,15 Euro. Entsprechend des Kita-Moratoriums wird diese Summe eingefroren und auch 2025 in selber Höhe ausgezahlt. Inflationsbereinigt – entsprechend aktueller Inflationsrate des Statistischen Bundesamtes für den September 2024 in Höhe von 1,6% – bedürfte es einer Summe i. H. v. 156.106.794,87 Euro. Anzumerken ist hierbei, dass der eingefrorene Landeszuschuss jedoch unterhalb des veranschlagten Planansatzes von 154.192.350 Euro liegt, da dieser die geforderte Weiterführung des Ukraine-Erlasses beinhaltet. Zudem ist für das Jahr 2026 im Haushaltsplan eine Dynamisierung des Landeszuschusses eingeplant.

6. Wie plant die Stadt, die Mittel zu verwenden?

Die Mittel dienen der Gewährleistung des laufenden Kita-Betriebes. Mehrerträge für zusätzliche Aufgaben stehen hierdurch nicht zur Verfügung. Wie in Punkt 5 dargestellt, verbleiben trotz des Moratoriums Mindererträge.

Artikel von Frank Franke für das Amtsblatt vom 19.10.2024

Schon seit langem setzt sich die SPD in Sachsen dafür ein, dass sich die Qualität der Kindertagesbetreuung stetig verbessert und die finanziellen Mittel für Kindertagesstätten steigen. 

Mit dem im September im Landtag beschlossenen Kita-Moratorium stehen im nächsten Jahr die gleichen Haushaltsmittel zur Verfügung wie im Jahr 2024, obwohl die Anzahl der zu betreuenden Kinder rückläufig ist. 

Es stehen also mehr Mittel für frühkindliche Bildung zur Verfügung. So soll ein großer Teil des pädagogischen Personals für die qualitative und inhaltliche Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung gehalten werden.

Mit einer Anfrage im Leipziger Stadtrat wollen wir als SPD-Fraktion von der Verwaltung wissen, wie sich die Stadt Leipzig zum Kita-Moratorium positioniert. Hintergrund ist, dass es aus dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag Kritik am Beschluss im Landtag gibt.  Wir wollen sichergehen, dass die Stadt Leipzig die finanziellen Mittel in 2025 in gleicher Höhe verwendet wie in diesem Jahr. Die Arbeitsplätze der Erzieherinnen und Erzieher sollen trotz sinkender Kinderzahlen erhalten bleiben. Wir wollen die Pädagoginnen und Pädagogen entlasten und die Arbeit mit den Kindern beständig qualitativ verbessern.

Gemeinsame Medieninformation mit den Fraktionen von Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen

In der Ratsversammlung am 19. Juni 2024 hat der Leipziger Stadtrat der rot-rot-grünen Initiative für Transparenz in der Kitaentwicklung und den Erhalt der Fachkräfte in den Einrichtungen zugestimmt (https://gleft.de/5DR). Die Stadt ist beauftragt, die Finanzierung der so genannten demografischen Rendite beim Land einzufordern. Des Weiteren haben die drei Fraktionen die Verwaltung beauftragt, die Selbstbetreuungsquote zu senken und ein Konzept inklusive Kita auf den Weg zu bringen. Damit konnten wir einen wichtigen Erfolg in der Leipziger Betreuungslandschaft erringen.

Juliane Nagel, Stadträtin und Mitglied im Jugendhilfeausschuss, erklärt: „Das Thema der Verbesserung der Betreuungsqualität und der Bindung von Fachkräften im Kontext sinkender Kinderzahlen diskutieren wir jetzt seit Jahresbeginn – getan hat sich bisher leider wenig. Umso mehr freut uns der Beschluss des fraktionsübergreifenden Antrags. Trotz sinkender Kinderzahlen soll das Betreuungspersonal gehalten werden – auf die Fachkräfte können und wollen wir nicht verzichten. Freie Ressourcen könnten unterstützend genutzt werden, um ein Konzept ‚Inklusive Kinderbetreuung‘ voranzutreiben. Denn wir müssen unbedingt vorankommen bei der Ausgestaltung unserer Kita zu inklusiven Kindertageseinrichtungen.

Christina März

In den vielen Beratungen zur aktuellen Betreuungssituation und Auslastung unserer Kitas konnten wir sehen, dass es in der Stadt große Unterschiede bei der Betreuungsquote gibt: Gerade in Ortsteilen mit prekären Lebenslagen und in den Ortschaften am Rande der Stadt ist die sogenannte Selbstbetreuungsquote hoch. Hier gehen Kinder also seltener in die Kita, obwohl das Angebot da ist. Die Stadt soll nun Beratungsangebote oder andere Formen der Motivation für Familien schaffen. Denn gerade diese Kinder sollten von frühkindlicher Bildung profitieren.“

Weiterhin erklärt Christina März, Stadträtin der SPD und Mitglied im Jugendhilfeausschuss: „Die Situation, dass es in verschiedenen Stadtvierteln leichte Überkapazitäten bei der Kindertagesbetreuung gibt, wollen wir nutzen, um einerseits die Qualität der Betreuung zu heben und andererseits auch Kindern Zugang zur frühkindlichen Bildung zu ermöglichen, die aufgrund schwieriger sozialer Rahmenbedingungen sonst schlechtere Startbedingungen ins Schul- und später ins Berufsleben haben, weil sie bis zum Schulbeginn im Grunde nur zu Hause betreut wurden. Uns geht es darum, langfristig Vorteile für die Stadtgesellschaft zu generieren, statt auf Einsparungen zu blicken.“

Michael Schmidt, Stadtrat der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und stv. Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, fügt an: „Mit einer niedrigschwelligen Beratung von Familien zu den Vorzügen einer bislang ungenutzten Kinderbetreuung sehen wir ein großes bislang ungenutztes Potenzial, einerseits freie Plätze in Kita und Krippe zu besetzen, vor allem aber für mehr Chancen- und Bildungsgerechtigkeit zu sorgen und die Integration von Familien mit Flucht-/Migrationshintergrund zu stärken. Auch das seitens der Verwaltung geplante Konzept zur inklusiven Kinderbetreuung, dem ein Pilotprojekt zur integrativen Betreuung von Kindern mit hohem heilpädagogischen Förderbedarf vorgeschaltet werden soll, halten wir für enorm wichtig. Nicht nur, weil diese Zielgruppe in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, sondern auch, weil dies aufgrund des höheren Betreuungsbedarfes zu einer Reduzierung der Platzkapazität in den betreffenden Kitas bei gleichbleibendem Personal führen wird.“