Nicht erst seit der Presseberichterstattung im Sommer ist bekannt, dass im
Sächsischen Haushalt eine strukturelle Unterfinanzierung für die Instandhaltung von
Staatsstraßen herrscht. Infrastrukturministerin Kraushaar bezifferte den jährlichen
Mangel jüngst mit 50 Millionen Euro und auch der Sächsische Rechnungshof stellt in
seinem aktuellen Bericht lapidar fest “Die Erhaltung der Staatsstraßen durch die
sächsische Straßenbauverwaltung ist derzeit nicht bedarfsgerecht”.
.
So verwundert es nicht, dass der Landrat in Nordsachsen Kai Emanuel mit einem
Schild “eingeschränkter Straßenbetriebsdienst” auf kreative Weise den Missstand
anprangert. Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Verantwortung
für Erhalt und Bewirtschaftung von Staatsstraßen im Nordraum von Leipzig bald
gänzlich in den Zuständigkeitsbereich des Leipziger Mobilitäts- und Tiefbauamtes
fallen könnte.
Wir fragen dazu an:
- Gibt es Pläne für eine Verlagerung von Zuständigkeiten bei Erhalt, Pflege und
Instandsetzung von Staatsstraßen auf dem Stadtgebiet Leipzig in den Bereich der
Leipziger Stadtverwaltung? Wenn ja, was genau soll wann übertragen werden? - Welche finanzielle Ausstattung erhält die Stadt Leipzig für Erhalt, Pflege und
Instandsetzung von Staatsstraßen (einschließlich Ausgleichsflächen) in den
Jahren 2025 und 2026 vom zuständigen Staatsministerium? - Wie haben sich die Zuweisungen aus Frage 2 in den letzten 5 Jahren
entwickelt? (Bitte nach Jahresscheiben ausweisen.) - Welche finanziellen Bedarfe für eine grundhafte Instandsetzung von
Staatsstraßen auf dem Stadtgebiet Leipzig sind bekannt? Wie wurden diese
Bedarfe bisher an das zuständige Ministerium kommuniziert? - Sollte die Stadt Leipzig zukünftig mehr Zuständigkeiten (siehe Frage 1)
übernehmen, welche Mehrbedarfe im eigenen Haushalt wären damit
voraussichtlich verbunden?


SPD-Fraktionschef Christopher Zenker erklärt dazu: „Leipzig geht es außerordentlich gut. Deutschlandweit staunt man über unser rasantes Wachstum. Gleichzeitig stellt es die Stadt vor enorme Herausforderungen. Die Stadt kommt nicht schnell genug mit dem Bau und der Erweiterung von Kitas und Schulen nach. Ein abgeschwächtes Wachstums verschafft uns Luft, mit unserer Infrastruktur aufzuholen.“
„Die Leerstandsquote ist in Leipzig auf rund zwei Prozent abgesunken und gleichzeitig sind aufgrund der großen Nachfrage die Angebotsmieten deutlich gestiegen“, erklärt SPD-Fraktionsvize und LWB-Aufsichtsrat Heiko Oßwald und hebt hervor: „Ähnlich wie bei Schulen und Kitas kommt auch die Wohnungswirtschaft nicht hinterher schnellst möglich mehr preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Speziell mit Blick auf die städtische LWB hatten wir uns mehr neue Wohnungen zu sozial verträglichen Mieten gewünscht.“
kurzfristige Beseitigung von winterbedingten Straßenschäden ist eine große Enttäuschung und bleibt hinter den Erwartungen weit zurück“, erklärt Heiko Oßwald der für die SPD-Fraktion im Finanzausschuss sitzt.